Andreas Mayr ist Vorstandsmitglied beim TSV München Ost Basketball, einem der traditionsreichsten Basketballvereine Bayerns mit über 600 Mitgliedern und 35 Teams. Wir haben ihn gefragt, wie der Verein sein Sponsoring neu aufgestellt hat.

"Früher haben wir Sponsoren mit einem Brief angesprochen"

CLUBTOOL: Wie habt ihr Sponsoring früher betrieben?

Andi Mayr: Ehrlich gesagt sehr traditionell. Wir hatten eine Excel-Liste mit vielleicht 30-40 Kontakten, die wir über die Jahre aufgebaut hatten. Einmal im Jahr ein Anschreiben per Post, manchmal ein persönliches Gespräch. Viele dieser Kontakte sind einfach eingeschlafen, weil niemand systematisch nachgefasst hat.

CLUBTOOL: Was war der größte Schmerzpunkt?

Andi Mayr: Die Berichte. Sponsoren haben nach einem Jahr gefragt: Was haben wir eigentlich dafür bekommen? Und wir konnten das nicht wirklich belegen. Wir wussten, dass unser Logo auf den Trikots war und auf der Website. Aber konkrete Zahlen? Keine. Das war unangenehm.

"Der erste Monatsbericht hat alles verändert"

CLUBTOOL: Wann hat sich das verändert?

Andi Mayr: Als wir anfingen, monatliche Berichte zu verschicken. Automatisch, am ersten des Monats. Drei Seiten mit Impressionen, Social-Media-Zahlen, Fotos. Die Reaktion der Sponsoren war sofort spürbar. Plötzlich bekamen wir Anrufe: "Das ist super, können wir das erweitern?" Kein einziger Sponsor hat danach gekündigt.

CLUBTOOL: Wie hat sich das auf die Einnahmen ausgewirkt?

Andi Mayr: In zwei Jahren haben wir die Sponsoring-Einnahmen mehr als verdoppelt. Nicht weil wir mehr geworben haben, sondern weil die bestehenden Sponsoren mehr gebucht haben und uns aktiv weiterempfohlen haben. Das hätten wir früher nicht für möglich gehalten.

Empfehlung für andere Vereine

CLUBTOOL: Was würdest du anderen Vereinsvorständen empfehlen?

Andi Mayr: Fangt mit dem Reporting an. Selbst ein simpler monatlicher Bericht per E-Mail ist besser als nichts. Die meisten Sponsoren wollen gar nicht viel, sie wollen nur wissen, dass ihr Geld sinnvoll eingesetzt wurde. Wer das liefert, behält seine Sponsoren.

"Was würdest du Vereinen raten, die noch nicht digitalisiert sind?"

CLUBTOOL: Viele Vereine sagen, sie haben keine Zeit für Digitalisierung. Was sagst du dazu?

Andi Mayr: Das ist ein Denkfehler. Die Frage ist nicht, ob man Zeit für Digitalisierung hat. Die Frage ist, ob man sich Zeit leisten kann, es nicht zu tun. Wir haben früher locker zwei, drei Stunden pro Woche für Dinge aufgewendet, die jetzt automatisch laufen. Diese Zeit haben wir gewonnen, nicht verloren.

CLUBTOOL: Was war die wichtigste Erkenntnis in eurem Prozess?

Andi Mayr: Dass Sponsoren nicht kündigen weil sie unzufrieden sind. Sie kündigen weil sie vergessen werden. Das klingt hart, aber es stimmt. Wenn ein Sponsor ein Jahr lang nichts von euch hört außer der Rechnung, dann überlegt er beim nächsten Mal ob er verlängert. Wenn er jeden Monat einen professionellen Bericht bekommt, überlegt er gar nicht erst. Er verlängert einfach.

CLUBTOOL: Was ist dein Rat für Vereine, die morgen anfangen wollen?

Andi Mayr: Schickt diese Woche einen Report an eure bestehenden Sponsoren. Nicht perfekt, einfach ehrlich. Drei Seiten, ein paar Zahlen, zwei Fotos. Die Reaktionen werden euch überraschen. Das war unser erster Schritt und er hat alles verändert.

TSV München Ost Basketball ist Pilot-Partner von CLUBTOOL. Der Verein nutzt CLUBTOOL für Sponsoren-Akquise, automatisiertes Reporting und Content-Produktion. Mit über 600 Mitgliedern und 35 Teams ist der TSV München Ost einer der größten Basketballvereine Bayerns.

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